Kurzporträt: Rav Tobias Jona Simon

Tobias Jona Simon, 33, geb. in Bielefeld
Die mediale Aufmerksamkeit bei der Rabbinerordination fände er gut, sagt Tobias Jona Simon. Dass per Fernsehen auch Menschen diese feierliche Zeremonie live miterleben könnten, die sonst keine Chance hätten, jemals so etwas zu sehen, sei eine Art von Aufklärung über das Judentum, sagt der 33-jährige gebürtige Bielefelder. Auch seine Magisterarbeit ist ein Erklärstück. Sie beschäftigt sich mit dem einzigen, bis heute üblichen Trauerbrauch, der in der Tora Erwähnung findet, der „Kri’a – dem Kleiderzerreißen im Trauer-fall“.

Simon liebt es exakt und praktisch. Sein Studium der formalen Linguistik und Romanistik gab er bald auf. „Zu abstrakt, zu mathematisch“ sei die Sprachwissenschaft gewesen, sagt er, und die Liebe zum Spanischen kann er sich auch so erhalten. Zunächst sei er auch vorsichtig gewesen, ein Studium am Geiger-Kolleg zu beginnen. Er wollte „nicht nur Rabbiner sein“, sondern eine universitäre Ausbildung wählen, um im Ernstfall auch „etwas anderes zu können“. Erst, als ihm seine Freunde Konstantin Pal und Boris Ronis erklärten, dass mit dem Rabbinatsstudium auch ein Judaistikstudium an der Universität Potsdam verbunden sei, schaute er sich genauer um und ist jetzt froh über seine Wahl.

Spanisch sprechende Länder bleiben sein bevorzugtes Reiseziel. Schließlich ist er auf Gran Canaria aufgewachsen. Kürzlich hat er seine alten Schulfreunde dort besucht. Wenn er entspannen möchte, greift er schon mal zu Laufschuhen. „Aber in letzter Zeit fand ich immer wieder Ausreden, nicht zu laufen.“ Das Lernen und die Abschlussarbeit ließen ihm wenig Zeit. Wenn er erst einmal als Rabbiner seinen Kollegen Jonah Sievers in Niedersachsen unterstützt und in Göttingen, Hameln und Hildesheim unterwegs ist, wird er vielleicht doch Entspannung brauchen.

Heide Sobottka
(Jüdische Allgemeine)

Original: http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/11740

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