Lange Nacht der Erinnerung

Uwe von Seltmann: Todleben – Lesung und Diskussion
Mittwoch, 9. November 2016 – 19.30 Uhr, Löwenstein

Zum Gedenken an die Reichspogromnacht 1938
Im Rahmen des Bündnis 27. Januar
Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Der Journalist und Schriftsteller Uwe von Seltmann, der mit seiner polnischen Ehefrau Gabriela nach Göttingen kommt, stellt bei der inzwischen traditionellen „Lange Nacht der Erinnerung“ sein Buch über die Last der Vergangenheit und eine hoffnungsfrohe Zukunft in Auszügen vor.

Die Familien des Ehepaars sind auf fatale Weise verbunden: Der deutsche Großvater war ein SS-Mann in Polen, der polnische Großvater wurde in Auschwitz ermordet; zwei ihrer Enkel sind nun miteinander verheiratet. Uwe von Seltmann öffnet die Büchse der Pandora und forscht nach: Ist sein Großvater dem seiner Frau Gabriela begegnet, hat er etwas mit dessen Tod zu tun? Briefe und Zeugnisse aus der Zeit führen ihn auf der Suche nach Antworten quer durch Europa, zu den Schauplätzen nationalsozialistischer Verbrechen, zu Überlebenden des Holocaust und ehemaligen Tätern. Berührend und erschütternd zugleich schildert er, wie in den beiden Familien alte Wunden aufreißen und längst Verdrängtes ins Bewusstsein zurückkehrt.

Dabei sein ist alles! Mitmachen ist wie immer sehr wertvoll!
Die Veranstaltung zum Auftakt der Veranstaltungsreihe des Göttinger Bündnisses „Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus“ beginnt um 19.30 Uhr nach der Feierstunde am Platz der ehemaligen Synagoge. Die Teilnahme ist wie immer kostenlos, aber um eine Spende wird gebeten, damit auch künftig namhafte Referenten nach Göttingen eingeladen werden können.

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Jüdisch-christlicher Kalender da!

Wie in den Vorjahren präsentiert das Jüdische Lehrhaus Göttingen bereits jetzt die 15. Auflage seines Kalenders. Erneut ist nicht nur das am 3. Oktober beginnende neue jüdische Jahr 5777 komplett mit allen Fest-, Feier- und Gedenktagen enthalten, sondern auch das erst in gut drei Monaten anstehende gregorianische Jahr 2017 mit allen christlichen und weltlichen Terminen. Dazu bietet das Werk neben den letzten Monaten des Jahres 2016 auch den Beginn des jüdischen Jahres 5778.

Umfangreiche Erklärungen zu den einzelnen Kalenderfestlegungen sowie eine Übersicht über die geplanten Veranstaltungen des Lehrhauses runden das mehrfarbige Produkt ebenso ab wie eine kurze Zusammenfassung der Geschichte jüdischen Lebens in Göttingen seit 1289. Das Format des vierfarbigen Kalenders ist ein Drittel „länger“ als DIN A3.

Die jüdischen Feste – wie zum Beispiel jeder Schabbat mit seinem eigenen „Namen“, die Monatsanfänge und Verkündungen, Rosch Haschana, Jom Kippur, Pessach, Chanukka sowie volle und halbe Fasttage werden erklärt. Ebenso enthalten sind die Zeiten von Schabbatbeginn und dessen Ende, bezogen auf die Region Göttingen. So bietet sich der Kalender auch für den Schulunterricht als Arbeits- und Informationsmittel an.

Lehrer, die das Judentum thematisieren wollen, können darüber hinaus für einen Vortrag oder Workshop Mitglieder des Lehrhauses hinzuziehen. Kalender sind für eine Spende auch klassenweise zu erwerben.

Der Kalender steht ab sofort gegen eine Spende ab einem Euro pro Stück in den Göttinger Buchhandlungen Hertel und Roter Buchladen sowie in Bovenden bei Calvör zur Verfügung. Erhältlich sind die Kalender zudem in der Begegnungsstätte Löwenstein, Rote Straße 28. Größere Mengen können per Email (jlhgoe@gmail.com) bestellt werden.

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„Memoiren der Glückel von Hameln“

18. September 2016, 16 Uhr: Christine Fürst und Eva Tichauer Moritz
Lernnachmittag des Jüdischen Lehrhauses Göttingen e.V. im Begegnungszentrum Löwenstein, Rote Straße 28, 37073 Göttingen

Kurzfristig musste das Thema des Lernnachmittags vom 18. September geändert werden. Das vorgesehene Streitgespräch zum Verhältnis von Papst und Juden wird im kommenden Jahr erneut ins Programm aufgenommen. Mehr dazu und alles Wissenswerte zum neuen Jüdischen Jahr im bald erscheinenden Kalender für 2017 (5777/5778).

Die Memoiren der Glückel von Hameln (1645 – 1724) sind ein einmaliges Dokument ihrer Zeit und ihrer Welt. Die in Hamburg geborene Glickl Pinkerle ist die Tochter eines angesehenen Diamantenhändlers, der sich als einer der ersten Juden Wohnrecht in Hamburg erkaufen darf. Die erst seit rund zehn Jahren einer größeren Öffentlichkeit bekannten „Memoiren“ geben einen klaren Einblick in das soziale, wirtschaftliche und kulturelle Leben der Juden Mitteleuropas. Bereits mit 14 Jahren wurde sie als Glückel von Hameln verheiratet. Die jüdische Kauffrau, Mutter von zwölf Kindern und weibliches Oberhaupt einer weitverzweigten Familie lebt in einem jüdischen Getto, kommt aber auch weit in Europa herum: Ihre Handelswege führen sie nach Danzig, Stettin, Kopenhagen, Wien, Prag, Amsterdam und bis ins Elsass, wo sie 1724 in Metz stirbt.

Christine Fürst und Eva Tichauer Moritz stellen uns das Leben dieser beeindruckenden, zweimal verheirateten Frau vor, die für den Lebensunterhalt ihrer großen Familie sorgt, während ihr Mann sich dem Thora-Studium widmet. Ihr Wahlspruch lautet: „Hat man Geld oder Ware von anderen Leuten in Händen, muss man mehr Sorge dafür haben als für das seinige selbst, damit man, G’tt bewahre, keinem ein Unrecht tut!“

1691 beginnt Glückel von Hameln, ihr Leben aufzuschreiben, als Zeitzeugin mit journalistischen Fähigkeiten. Nicht zu kurz kommt dabei ihr Verhältnis zur jüdischen Religion.

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Monatsprogramm Juli-August 2016

Juli

  • Freitag, 1. Juli  18.30 Uhr: Kabbalat Schabbat mit Kantor Elija Schwarz
  • Sonnabend, 2. Juli 10.30 Uhr: G’ttesdienst Schabbat Schelach Lecha mit Kantor Elija Schwarz
  • Freitag, 15. Juli  18.30 Uhr: Kabbalat Schabbat mit Kantor Elija Schwarz
  • Sonnabend, 16. Juli  10.30 Uhr: G’ttesdienst Schabbat Chukkat mit Kantor Elija Schwarz
  • Sonnabend, 16. Juli  16.00 Uhr: Rikudei Am (Israelische Tänze) mit Roxana Álvarez Tichauer

August

  • Freitag, 12. August  18.30 Uhr: Kabbalat Schabbat mit Kantor Elija Schwarz
  • Sonnabend, 13. August  10.30 Uhr: G’ttesdienst Schabbat Dewarim mit Kantor Elija Schwarz
  • Sonntag, 14. August  16.00 Uhr: Lernnachmittag des Jüdischen Lehrhauses mit Professor Tilman Nagel: „Der Koran und das Judentum“
  • Freitag, 19. August  18.30 Uhr: Kabbalat Schabbat mit Kantor Elija Schwarz
  • Sonnabend, 20. August  10.30 Uhr: G’ttesdienst Schabbat Wa‘etchanan mit Kantor Elija Schwarz
  • Sonnabend, 27. August  15.00 Uhr: Rikudei Am (Israelische Tänze) mit Roxana Álvarez Tichauer – Ort wird noch mitgeteilt
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Lernnachmittag im August

„Der Koran und das Judentum“

14. August 2016, 16 Uhr: Prof. Dr. Tilman Nagel

Der Referent, der emeritierte Orientalist und Islamwissenschaftler Prof. Tilman Nagel, wird über die Aussagen des Koran zum Judentum berichten. Der von 1981 bis 2007 an der Georg-August-Universität lehrende und forschende Wissenschaftler hat neben Standardwerken zum Islam eine über 1000 Seiten umfassende Biografie Mohammeds verfasst.

Behandelt werden beim Lernnachmittag insbesondere das Verständnis normaler Moslems über das Judentum sowie die unterschiedlichen Auffassungen der Rolle Allahs beziehungsweise von G’tt und den Menschen im Islam oder Judentum. Im Mittelpunkt stehen dabei die Aussagen Mohammeds gegen das Judentum in Bezug auf seine Vita.

Gerade angesichts der aktuellen Situation – das Selbstverständnis des Islamischen Staates (IS), die Attacken von Hisbollah und Hamas sowie des Iran gegen Israel und die Juden – ist dieser Lernnachmittag sicherlich spannend und interessant.

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„Jüdische Kulturtage 2016“

14 Jahre Jüdisches Lehrhaus Göttingen e.V.

  • Donnerstag, 16. Juni 2016 – 16 Uhr                    Löwenstein, Rote Straße 28

Löwenstein-Zentrum und Judentum: Hausführung
– Kinder sind immer erwünscht, ohne Kostenbeitrag –
Kostenbeitrag für Hausführung: 7 € incl. Tasse Tee oder Kaffee

  • Donnerstag, 16. Juni 2016 – 20 Uhr        Start am Bahnhof (Standbild Charlotte Müller)

Stadtführung der anderen Art I
Filmische Interviews: Aus den Wänden sprechen sie zu uns

  • Freitag, 17. Juni 2015 – 14 und 16 Uhr               Löwenstein, Rote Straße 28

Löwenstein-Zentrum und Judentum: Hausführung
– Kinder sind immer erwünscht, ohne Kostenbeitrag –
Kostenbeitrag für Hausführung: 7 € incl. Tasse Tee oder Kaffee

  • Freitag, 17. Juni 2016 – 14 und 16 Uhr               Synagoge, Rote Straße 28

Kabbalat Schabbat mit Kantor Elija Schwarz
anschließend Kiddusch
Bitte telefonisch (0551 – 99 72 85 58) oder per Email (jkggoe@gmail.com) anmelden

  • Sonnabend, 18. Juni 2016 – 10 Uhr                     Synagoge Rote Straße 28

Offener G‘ttesdienst Schabbat Nasso mit Kantor Elija Schwarz
– Bitte anmelden (siehe Freitag) –   anschließend Kiddusch

  • Sonnabend, 18. Juni 2016 – ab 15 Uhr   Gymnastik-Halle Lange Geismarstr. 81

Rikudei Am (Israelische Tänze) mit Roxana Alvarez Tichauer
15 Uhr: Kinder (frei) – 16 Uhr: Erwachsene (bis 18 Uhr / 10€)
– Keine Vorkenntnisse erforderlich –

  • Sonntag, 19. Juni 2016 – 14 Uhr                          Löwenstein, Rote Straße 28

Die Koscher-Maschine
Puppenspiel der Gruppe Bubales
unterstützt durch den Zentralrat der Juden in Deutschland K.d.ö.R. | KULTURPROGRAMM
Eintritt für Kinder 10 €, Eltern oder Großeltern 10 €

  • Sonntag, 19. Juni 2016 – 16 Uhr                          Löwenstein, Rote Straße 28

Sefardisches Fest mit Sängerin Angelika Campos de Melo
Unterhalten und genießen           Eintritt 5 €, Essen 7 €

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Exkursion nach Erfurt

„Jüdisches Erfurt erfahren“

am 22. Mai 2016 von 8 bis 20 Uhr (Anmeldung erforderlich)

Thüringens Landeshauptstadt hat eine lange jüdische Tradition: Alte Synagoge, Kleine Synagoge und Neue Synagoge sowie die Mikwe sind die Ziele unserer Tagesexkursion. Los geht es um 7.45 Uhr mit dem Treffen am Infostand am Göttinger Bahnhof, wo unser Zug um 8.08 Uhr starten soll. Nach der Ankunft in Erfurt um 9.45 Uhr haben wir Zeit für eine Kaffeepause, bevor uns um 11 Uhr in der Neuen Synagoge Rabbiner Benjamin Kochan von der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen erwartet. Er wird uns durch die Neue Synagoge führen und über die Gemeinde informieren. Danach ist bis 15 Uhr Zeit zur freien Verfügung, die zur Besichtigung von Erfurt und zum Mittagessen genutzt werden kann.

Um 15 Uhr folgen die geführten Besichtigungen der Alten und der Kleinen Synagoge sowie der Mikwe. Um 18.12 Uhr fahren wir wieder nach Göttingen, wo wir um 19.52 Uhr eintreffen sollen.

Die Alte Synagoge ist mit ihren ältesten Bauteilen aus dem 11. Jahrhundert die älteste bis zum Dach erhaltene Synagoge in Mitteleuropa. Hier ist 2009 ein außergewöhnliches Museum entstanden und ein Ort geschaffen worden, an dem mittelalterliche Sachzeugnisse der jüdischen Gemeinde Erfurts der Öffentlichkeit zugänglich sind. 1840 weihte die jüdische Gemeinde die Kleine Synagoge ein. Sie nutzte sie jedoch nur bis 1884 als Gotteshaus. Die Kleine Synagoge dient heute als Begegnungsstätte und zeigt eine Ausstellung über das jüdische Leben in Erfurt im 19. und 20. Jahrhundert. Außerdem besuchen wir die Mikwe, das jüdische Ritualbad.

Bitte melden Sie sich bis zum 19. Mai über die E-Mail-Adresse jlhgoe@gmail.com oder per Telefon (0172 – 5 61 68 70) verbindlich an und überweisen Sie zeitgleich 25 Euro (Mitglieder des Lehrhauses und der Kultusgemeinde 20 Euro) auf das Konto des Jüdischen Lehrhauses IBAN: DE42 2605 0001 0000 1188 28. Der Betrag dient zur Deckung der Fahrtkosten (Wochenendticket), Eintrittsgelder und Führungen in Erfurt. Für ihre Verpflegung sind die Teilnehmer selbst verantwortlich.

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