„Lange Nacht der Erinnerung“

Der Kibbuz auf dem Streicherhof –
Die letzten Landjuden in Franken

Donnerstag, 9. November 2017, 19.30 Uhr im Löwenstein
(nach der Gedenkstunde am Mahnmal der ehemaligen Synagoge / Beginn 18 Uhr)

Inzwischen schon eine Tradition in Göttingen: Nach der Gedenkstunde am Mahnmal der ehemaligen Synagoge (Obere Masch, Beginn 18 Uhr) folgt die „Lange Nacht der Erinnerung“ im Löwenstein. In diesem Jahr stehen Überlebende der Shoa, die in Deutschland geblieben waren, im Mittelpunkt des Abends. Als Displaced Persons (DPs) zogen die Westalliierten diese Menschen in Auffanglagern zusammen.

Im Herbst 1945 errichtete die amerikanische Militärregierung auf dem Landgut des ehemaligen NS-Gauleiters Julius Streicher in der Nähe von Cadolzburg ein solches Lager. Rund drei Jahre wohnten und arbeiteten im Kibbuz Nili – wie die Bewohner ihr Zuhause nannten – bis zu 150 jüdische Überlebende des Holocaust, die sich hier auf ihre Zukunft in Israel vorbereiteten. Mit Hilfe der UN-Flüchtlingsbehörden und Zionistischen Organisationen erhielten sie eine landwirtschaftliche Ausbildung und sollten dann, mit diesen Fähigkeiten ausgestattet, nach Palästina emigrieren, um dort am Aufbau des Staates Israel mitzuwirken.

Der Referent des Abends, Jim G. Tobias, ist Historiker und freier Journalist. Er leitet das von ihm mitbegründete Nürnberger Institut für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts. Tobias dreht TV-Dokumentationen und publiziert über den Nationalsozialismus sowie die jüdische Zeitgeschichte, wobei das Kapitel der jüdischen Displaced Persons im Nachkriegsdeutschland im Mittelpunkt seiner Forschungen steht. Nach einer kurzen Einführung ins Thema soll der rund 25-minütige Film zum Kibbuz gezeigt werden; außerdem stehen ein Film zur Auswanderung der DPs nach Australien sowie ausführliche Diskussionen und eine Fragerunde auf dem Programm.

Dabei sein ist alles! Mitmachen ist wie immer sehr wertvoll! Die Teilnahme ist wie immer kostenlos, aber um eine Spende wird gebeten, damit auch künftig namhafte Referenten nach Göttingen eingeladen werden können
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Über Jüdische Kultusgemeinde für Göttingen und Südniedersachsen

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